Der Schwimmstart beim Triathlon

Der Schwimmstart gehört bei vielen Triathleten wohl zu den unbeliebtesten Dingen, die der Dreikampf mit sich bringt. In diesem Artikel erfährst du mehr über die verschiedenen Varianten des Schwimmstarts und bekommst außerdem Tipps, wie du dich am besten verhalten solltest, damit es nicht allzu unangenehm wird.

Wenn doch bloß das Schwimmen nicht wäre

Wenn man Gespräche unter Triathleten lauscht, wird viel über Stärken und Schwächen diskutiert. Der eine fühlt sich beim Radfahren am wohlsten, der andere holt beim Laufen alles wieder rein, was er beim Schwimmer und Radfahren an Zeit hat liegen lassen. Meistens geht daraus hervor, dass bei vielen Athleten das Schwimmen wohl eher zur Pflicht als zum Spaß gehört.

Allen voran geht der Schwimmstart. Die letzten zehn Sekunden werden runter gezählt, dann ein lauter Knall, rein gehts ins kühle Nass und der „Spaß“ beginnt. Speziell auf den ersten 100 – 200 Metern gibt es kein halten mehr. Da wird drauf los gekrault, ohne Rücksicht auf Verluste. Nicht selten kommt es vor, dass du einen Fuß ins Gesicht geschlagen bekommst oder es reisst dir jemand die Schwimmbrille samt Badekappe vom Kopf. Nachdem du aber in diesem Sprudelwasser nichts siehst, bist vielleicht auch du derjenige, der einen Mitstreiter unabsichtlich eine verpasst.

Die Veranstalter kennen diese Problematik und machen sich viel Gedanken, wie man genau solche Situationen vermeiden bzw. die Schwimmstarts besser und sicherer machen kann. Die 3 gängigsten Schwimmstart-Varianten sind der Massenstart, der Wellenstart und der Rolling Start.

Bevor ich dir die 3 unterschiedlichen Varianten erkläre soll noch gesagt sein, dass beim Schwimmstart entweder vom Ufer oder im Wasser gestartet wird. Beim Landstart stellen sich alle Triathleten außerhalb des Wassers auf und rennen beim Startschuss ins Wasser. Beim Wasserstart bist du schon im Wasser und schwimmst beim Startschuss los.

Der Massenstart

Ein Massenstart wird meistens bei kleinen Veranstaltungen (Teilnehmer <300) oder da absolviert, wo sehr viel Platz für einige hundert oder tausend Starter ist. Z. B. der klassische Ironman auf Hawaii wird für alle Altersklassen Athleten als Massenstart vollzogen. Diese Schwimmstart-Variante wird sowohl bei kleinen und großen Veranstaltungen eingesetzt.

Vorteil: Alle starten zur selben Zeit.

Nachteil: Es ist ein großes Durcheinander, weil jeder drauf los schwimmt und in der Regel keine Rücksicht nimmt.

Tipp: Als langsamer Schwimmer oder jemand, der auf diese „Massenschlägerei“ keine Lust hat, einfach hinten oder ganz am Rand einordnen. Als sehr schneller Schwimmer, ganz nach vorne und von Anfang an Vollgas!

Der Wellenstart

Sobald platztechnisch beim Schwimmstart etwas Enge herrscht oder aber auch der Veranstalter möchte, dass das Feld etwas in die Länge gezogen wird, ist der Wellenstart eine Alternative zum Massenstart. Hierbei werden immer Gruppen (je nach Teilnehmerzahl, z. B. immer 200 Athleten in einer Gruppe) im Abstand von beispielsweise fünf Minuten gestartet. Die Einteilung kann u. a. nach Geschlecht, Alter, nach angegebener Schwimmzeit oder aber auch willkürlich erfolgen. Hier gibt es in der Regel unterschiedlich farbige Badekappen, damit jeder Athlet weiß, in welcher Startgruppe er startet. Diese Schwimmstart-Variante wird sowohl bei kleinen und großen Veranstaltungen eingesetzt. Die Zeitnahme wird pro Gruppe gestartet.

Vorteil: Das Starterfeld wird in die Länge gezogen, was auch in der darauf folgenden Wechselzone und auf der Radstrecke nützlich sein kann.

Nachteil: Obwohl die Gruppen kleiner sind, kommt es dennoch zu ungewollten Körperkontakt oder der ein oder anderen unsanften Berührung. Selbst das lässt sich bei einer Gruppe von 100 bis 200 Startern nicht vermeiden.

Tipp: Genau wie beim Massenstart ordnest du dich als langsamer Schwimmer hinten oder am Rand ein und als schneller Schwimmer ganz vorne, aber dann bitte mit Vollgas los schwimmen.

Der Rolling Start

Dieser Schwimmstart erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Oft wird der Rolling Start auf der Mittel- und Langdistanz angewendet und beginnt immer mit einem Landstart. Bei dieser Variante gibt es im Vorfeld eine zeitliche Einteilung. Diese könnte z. B. bei 1.900 Meter Schwimmen so aussehen: 1. Block 20 – 25 Minuten, 2. Block 25 – 30 Minuten, 3. Block 30  – 35 Minuten, usw. Angenommen du schwimmst 1.500 Meter in 26 Minuten, dann ordnest du dich im 2. Block ein.

Nachdem der Startschuss gefallen ist, starten je nach dem wie es fest gelegt ist, im Abstand von etwa 5 Sekunden zwischen 2 und 10 Athleten gleichzeitig. So ist gewährleistet, dass immer nur wenige Schwimmer auf einmal ins Wasser gehen und ungestört los schwimmen können. Die Zeitnahme beginnt immer erst dann, wenn du ins Wasser gehst.

Vorteil: Du kannst in Ruhe dein Tempo schwimmen. Keine ungewollten, gewalttätigen Körperkontakte mehr.

Nachteil: Je nachdem kann der Start ziemlich lange dauern und du musst im schlimmsten Fall mit Neoprenanzug länger in der Sonne stehen.

Tipp: Ordne dich wirklich bei der Zeit ein, die du auch brauchst! Wenn sich jeder daran hält, funktioniert dieser Schwimmstart perfekt. Falls du doch schneller schwimmst als erwartet, kannst du das Feld von hinten aufrollen.

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